

Für die Rotkreuzschwestern steht ein zentrales Ziel im Mittelpunkt: die pflegerische und gesundheitliche Versorgung der Menschen – jederzeit, auch unter außergewöhnlichen Bedingungen – sicherzustellen.
Seit ihren Anfängen Ende des 19. Jahrhunderts leisten sie einen wichtigen Beitrag im deutschen Gesundheitssystem und sind eng mit dem Bevölkerungsschutz verbunden. Als hochqualifizierte Pflegefachkräfte sind sie sowohl in der Regelversorgung als auch in Krisen- und Katastrophensituationen unverzichtbar.
In besonderen Einsatzlagen versorgen sie Verletzte, Kranke und Pflegebedürftige, koordinieren Pflegeprozesse und unterstützen das Krisenmanagement. Damit sind sie ein zentraler Bestandteil der interdisziplinären Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz und prägen das Profil der „Pflege im Bevölkerungsschutz“.
In Krisenstäben ist pflegefachliche Expertise bislang unzureichend vertreten. Dadurch bleiben zentrale Perspektiven der Versorgungspraxis, der Ressourcensteuerung und Risikoabschätzung unberücksichtigt. Gerade die Expertise von Pflegefachkräften ist in Krisenfällen von enormer Bedeutung. Pflegefachpersonen, insbesondere Rotkreuzschwestern, sichern pflegerische Kontinuität und Versorgungsqualität. Sie verfügen über praxisnahe Kenntnisse, die für die schnelle und effektive Versorgung der betroffenen Menschen unerlässlich sind. Ihre Erfahrung in der Patientenversorgung und der Organisation von Pflegeprozessen macht sie zu wichtigen Akteurinnen in der Krisenbewältigung.
Pflegefachpersonen müssen daher verbindlich, regelhaft und frühzeitig in Krisenstäbe eingebunden werden. Nur so kann eine bedarfsgerechte, resiliente, interdisziplinäre und leistungsfähige Krisenbewältigung gewährleistet werden.
